| veranstaltungen
-> bergaufsicht
19.-22. September 1991
BERGAUFSICHT
Elke Bauer, Ulrich Blomann, Howard Cohen,
Ulrike Hein, Jochen Heufelder, Margret Cramer, Thomas Rother, Frank
Niehusmann, Michael Jüllich, Walter Nagat, Horst Rickels, Christof
Schläger, Gunter Demnig, Peatc Vossmann, Wolfgang Wendker
»PDF
Katalog
"Bergaufsicht"
»AUDIO MP3-files
Vier Tage Kunst unter Bergaufsicht
Ein Kunstereignis mit ungewöhnlichem Programm
und einmaligen Installationen in der Maschinenhalle und Waldbrache
von Teutoburgia.
Tiefenstrom von Elke Bauer: Auf
dem Förderturm wird Elke Bauer eine wasser-, licht und
Klanginstallation aufbauen. In der Dunkelheit wird leuchtendes
Wasser aus 45m Höhe auf gespannte Trommelflächen prasseln.
Der Förderturm, ehemaliges Wahrzeichen und sichtbarer wert
des Ruhrgebietes, wird als architektonisches Symbol im Zusammenspiel
von Schwarzlicht und fluoreszierendem Wasser an den Massenstrom
von Tiefengestein und Solewasser auf dem Schacht erinnern.
Tieftonorgel von Gunter Demnig:
Auf dem Gelände wird Gunter Demnig Tiefton Pfeifen
von bis zu 10m Länge aufbauen. Die Pfeilen, mit jeweils drei
Mundstücken werden mit einem Hochdruckventilator angeblasen.
Es entsteht Infraschall, ein tiefster Akkord, der sich
in der Fläche ausbreitet und nicht nur akustisch, sondern auch
physisch wahrgenommen werden kann.
Schwarzer Klangwagen ist ein weiteres
Objekt aus dem Infraschall von Gunter Demnig. Das Klangobjekt
wird in der Halle vom Künstler live gespielt.
Glimmlinie von Jochen Heufelder:
Eine Platanenallee, die in ihrer Achse auf nicht mehr vorhandene
Gebäude zeigt, greift er auf, indem er drei Quadrate von 10x10m
bis auf die nackte Erde abträgt. Diese Flächen durchzieht
eine Linie aus aufeinandergeschichteten Briketts, die Abends angezündet,
eine verglühende Linie erzeugen.
Der Klopfer von GADIM: IGADIM wird
Außenaktionen mit dem Titel Klopfer durchführen
(Aktionen mit 50 Bürgern/Regenwürmen).
Ur-Bar Frank Niehusmann/Walter
Nagat: Die UR-BAR wird ein eigener Kunst-Raum mitten im Dschungel
von Teutoburgia sein. Das Publikum kann sich in Liegestühlen
auf einem gestalteten Platz niederlassen. Zu Kerzen und Fäckellicht
werden Getränke serviert. Sobald die UR-BAR eröffnet ist,
erklingt ein Ambient-Sound.
Schnee auf Teutoburgia von Peatc
Voßmann: Außeninstallation für den Tag und besonders
die Nacht. Ein schmaler Trampelpfad führt zu einer kleinen
Lichtung, in der seltsames Mobiliar zu sehen ist. Alle auf einem
Orientteppich aufgestellten Möbel sind mit einer grünlich-leuchtenden
Farbe überzogen, die in der Dunkelheit nachglimmt. Die Szenerie
wird von 4 laufenden Fernsehern ohne Programm auf Eisensäulen
und Blitzlichtern erleuchtet, die die Möbel wieder aufladen.
Maschinen-Orchester von Christof
Schläger: Das Maschinen Orchester ist eine Skulpturengruppe
aus Stahl, die durch elektro-mechanische Geräuschtöner
zu einem Instrumentarium avantgardistischer usik wird. Durch drei
industrielle Maschinensteuerungen ist es möglich, die vielen
Geräuschtöner zeitlich so exakt zu steuern, daß
kompositorische Zusammenhänge möglich werden. Durch dieses
Zusammenspiel wird das Maschinen Orchester ein unerhörtes
Ereignis der neuen Musik.
Mercurius Wagen, Horst Rickels:
Bei der Klanginstallation werden bis zu 60 Orgelpfeifen gespielt.
Die Pfeifen werden durch Drücken, Schlagen oder treten von
Blasebälgen gespielt. Entsprechend den akustisch-architektonischen
Qualitäten der Halle wird die Installation so aufgebaut, daß
eine optimale Entfaltung des Raumklanges möglich wird. Die
Konzert-Performance erfolgt durch Horst Rickles und Joop van Brakel.
9 Volt/Erdung von Ulrike Hein.
Ein Netzwerk aus Drähten und Blechplatten wird im pulsierenden
3-Sekunden-Rhythmus unter Stromspannung gesetzt. Der Betrachter
begibt sich in diesen Energieraum und hat die Möglichkeit,
das Feld zu spüren oder zu erleben.
Unter den Blicken von Thomas Rother:
In der Halle wird Thomas Rother eine Rauminstallation mit dem Titel
Unter den Blicken aufbauen. Zwischen den Pfeilen der Halle werden
fünf halbrunde Farbflachen montiert. Unter den Bildern sind
über zehn nach oben geöffnete Klangschalen aufgebaut.
Mit Kugeln und Klöppeln lassen sich die Schalen, die einen
glockenähnlichen Klang entwicklen. Im Verlauf des Musikprogramms
werden sie von Willy Schneider bespielt.
Abbruch von Walter Nagat: Videoinstallation
mit sieben Monitoren vom Abbruch eines Gebäudes. Durch koordinierte
Verzögerung des Bildablaufs auf den Monitoren entsteht ein
Klangbildwerk von eigner Kraft.
Swarming II von Howard Cohen: Akustische
Himmelbetrachtung - Jedermann eine Konstellation.
Höre den Ton der einen Hand
von Michael Jüllich: Konzert von 60 Minuten Dauer mit Gongs
und Trommeln.
Brunnen von Margret Cramer. Wenn
man an den Brunnen kommt, blickt man in die Tiefe. Diese Tiefe ist
unheimlich und vollständige Nacht; nur ganz am Grunde schimmert
etwas, glitzert leicht, und man weiß von einem geheimnisvollen
Leben der Tiefe. Sobald man in die Tiefe blickt, wird alles Oberflächliche
fragwürdig.
Particell da Requiem von Ulrich
Blomann: Der Musiker und Komponist wird die Komposition Particell
Da Requiem in der Maschinenhalle zur Uraufführung bringen.
Allein die ungewöhnliche Instrumentation mit Gesang, Kammerchor,
elektronischem Instrumentarium, Jazzquintett, ergänzt durch
vier Violoncelli und zwei Kontrabässe macht diese Premiere
zu einem besonderen Ereignis.
|