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29.-30. September 2006
Audioframes

Christof Schläger - Peter Bosch - Michael Northam - Xabec

Kunstkonzerte, Klanginstallationen und Feuer-werks-Musik im KunstWald Teutobugia in Herne. Audioframes, das sind zwei Tage Konzerte mit futuristischen Instrumenten und Begegnungen mit ungewöhnlich spannenden Klangformen.

Konzerte die man mit den Augen hören und mit den Ohren sehen kann.

ROTATION
Konzert von Christof Schläger

Für dieses Konzert hat der Klanginstrumentbauer Christof Schläger acht neue Instrumente gebaut. Rotation 1 und Rotation 2 sind Komposition für die neuen Instrumente. Sie sind in der ganzen Maschinenhalle verteilt und erzeugen einen eigenen Klangraum.

Die neuen Instrumente werden durch bestehende Instrumente wie Chromix, Sirenen, Klapper, Whupi unterstützt. Mitten drin können die Besucher auf leuchtenden Stühlen platz nehmen und umgeben von einer Landschaft aus futuristischen Klang-Instrumenten, das Konzert erleben.

MNESIA
Michael Northam (USA)

Zwischen den Fundamenten der Maschinenhalle befindet sich ein kurioser achteckiger Raum mit einer runden Deckenöffung. Michel Northam ist ein begeisterter Klangsammler. Er wandelt seine akustischen Fundstücke um zu fantasievollen meditativen Komposition. Mnesia ist eine Anspielung an Amnesia, Michael Northam möchte eine entspannte Athmosphäre schaffen in der viele Assoziationen auftauchen dürfen. Wer empfänglich ist kann vielleicht verlorengeglaubte Erinnerungen durch die Klänge aktivieren. Besucher können bequem auf Sitz-Liegeflächen Platz nehmen um den fast sphärischen Klängen zuzuhören, die nach einer intensiven Transformation aus Umwelt-geräuschen heraus destilliert wurden.

KRACHTGEVER
Simone Simons und Peter Bosch (Spanien/Niederlande)

Eine Wand aus Holzkisten rasselt, rappelt, scheppert, wummert, ungestüm. Die Füllung macht`s. Manche Kisten sind mit Muscheln, andere mit Plastikflaschen, Kronkorken oder anderem Klangmaterial gefüllt. Alles lärmt in einem angenehmen Geräuschteppich, doch wie von unsichtbarer Hand verebbt plötzlich das Geräusch. Die Pendelkräfte in diesem Netzwerk aus Spiralfedern haben sich für einen Augenblick kompensiert, um bald wieder geräuschvoll aufzuschwingen. Es ist ein steuerbares aber immer wieder vom chaotischen ins geregelte pulsierendes Netzwerk. Gerade an dieser fraktalen Grenze, fasziniert das Ganze mit einem klanglichen Erfindungsreichtum ohne Erfinder. Man kommt schwer vom dieser „Kraftquelle“ los.

FEUERSTERN
Xabec ( Manuel Richter/Leipzig )

Der Leipziger Musiker und Geräuschkünstler Manuel G. Richter alias Xabec verbindet in seinen Kompositionen elektronische und akustische Klänge zu feinen Klangteppichen, die den Hörer in unbekannte Gefilde locken und ihn nach langen Spannungsbögen stets wieder behutsam in der Realität absetzen. Dazu benutzt er moderne Kompositions-Tools wie Laptop und Elektronik, andererseits aber Sandsteine und andere Fundstücke, die er auf verschiedene Weisen bespielt und die Klänge mit Kontaktmikrofonen verstärkt. Mit der Musik verwoben beginnt ein abendliches Feuerwerk. Mit verschiedenen bengalischen Feuern, Magnesiumsternen und anderen Leuchterscheinungen wird der ganze KunstWald-Park in eine magischen Atmosphäre getaucht.